Die Hoffnung bleibt

Was tut jemand, der einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat, in einer Welt, in der die Gerechtigkeit immer wieder mit Füßen getreten wird?

Wie kann so ein Mensch auf dieser Erde leben, wenn er jeden Tag damit konfrontiert wird, dass Verantwortliche (Firmen, Politiker und Reiche) sich nicht um die kümmern, die ihnen helfen, überhaupt so mächtig zu sein?

 

Für ein solches Verhalten könnte ich unglaublich viele Situationen anführen und mich ständig darüber ärgern, wie ungerecht diese Welt ist. Dabei wäre durchaus für alle genug da.

Wenn nicht Wenige glauben würden, sie wären etwas Besseres und hätten mehr Rechte.

Wenn nicht diese Wenigen glauben würden, sie hätten das Recht des Stärkeren, des Reicheren, des Mächtigeren oder des was auch immer was.

 

Was wäre unsere Welt, wenn die Möglichkeiten wirklich ausgeschöpft werden würden, die wir ausschöpfen könnten?

Was wäre diese Erde, wenn wir uns der Verantwortung gegenüber anderen bewusst wären und teilen nicht bedeuten würde, dass manche sich die Taschen vollstopfen und andere dafür leer ausgehen?

 

Denkst Du jetzt, dass klingt verbittert?

Ja, Du hast recht!

 

Denn es ist wirklich traurig.

Es ist traurig, weil die Erde für alle genug hätte.

Es ist traurig, weil keiner Hunger leiden müsste.

Es ist traurig, weil einfach niemand auf der Straße sterben sollte, nur weil er etwas zu Essen nicht bezahlen kann.

Es ist traurig, wenn Verantwortliche zusehen und vielleicht im schlimmsten Fall noch Gesetze erfinden, um diesen Zustand nicht ändern zu müssen.

 

Und da liegt für mich die Verantwortung bei den angeblich so reichen Industrieländern. Ländern, die in den letzten Jahren die Armut im eigenen Land mit großer Sorgfalt totgeschwiegen haben.

Verantwortliche, die sich nicht mehr wirklich verantwortlich fühlen und damit beschäftigt sind, als erstes die Diäten oder Gehälter zu erhöhen, anstatt ihren Bürgern vorzuleben, wie man sparen kann und sollte, wenn man kein Geld hat.

Firmenmanager, die ihre Arbeiter bis auf den letzten Cent ausnehmen und dann die Firma wegen mangelnder Auftragslage schließen.

 

Klar, dass sind alles Einzelfälle....

Wirklich?

 

Wie kann jemand mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn das alles ertragen?

 

Gar nicht!

Er kann es einfach nicht ertragen.

Denn es verletzt jeden Tag.

Es tut weh jeden einzelnen Tag.

Es macht unglaublich traurig.

 

Die einen beginnen nun vielleicht ihren Frust und ihre Wut auszuleben. Beispiele gibt es dafür genug.

Die anderen gehen vielleicht nicht mehr wählen und denken, Politiker würden begreifen, dass nicht wählen gehende Mitbürger auch ihre Meinung vertreten. Sie denken vermutlich, dass es sich ohnehin nicht lohnt, um Rechte zu kämpfen.

Und dann gibt es noch die Träumer. Menschen, die am liebsten den Kopf in den Sand stecken würden, um an diesem Trauerspiel nicht mehr teilnehmen zu müssen. Diese Menschen hoffen, beten, träumen, glauben und lieben. Sie versuchen mit ihrer Liebe die Welt ein kleines bisschen schöner zu machen.

 

Vielleicht erreichen sie allein mit ihren Gedanken und Gefühlen einen kleinen Ausgleich.

Vielleicht reichen diese Träume aus, um eine neue Zukunft zu erschaffen.

Vielleicht sind sie wie ein Lächeln zwischen all diesen Tränen.

Vielleicht sind sie einfach nur ein Hoffnungsschimmer.

 

© Cornelia G. Becker

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