Wer bist Du wirklich?

Ist Dir schon einmal aufgefallen,

wie viele Menschen Dich nach dem beurteilen,

was sie in der Vergangenheit mit Dir erlebt

und durch Dich erfahren haben?

 

Hast Du schon einmal darüber nachgedacht,
wie sie Dich in Schubladen stecken?


Viele von ihnen sind in ihren Ansichten über Dich und was oder wer Du bist völlig festgefahren. Es ist eine Schublade aus der Vergangenheit, in die sie Dich hineinstecken und nun hast Du es wirklich schwer, ihnen zu erklären, dass Du all das nicht mehr bist.
Deine Gespräche mit solchen Menschen kreisen darum, was sie früher mit Dir erlebt haben und genau in diesem Zusammenhang beurteilen sie Dich und Dein Verhalten.
Die lieben Familienmitglieder sind nur ein Beispiel. Sie könnten Dich richtig quälen mit ihren eingefahrenen Meinungen über das, was Du ihrer Ansicht nach bist.
Zwischen der Vergangenheit mit ihnen und der Gegenwart liegen ganze Welten. Doch wie oft haben sie Gespräche mit Dir geführt? Wie oft haben sie Dich gefragt, wie Du heute darüber denkst und was sich in der Zwischenzeit alles in Deinem Leben ereignet hat, das Deine Meinung gehörig änderte?
Sie packen Dich in ihre Schubladen. Sie urteilen über Dich mit Fakten aus früheren Zeiten.
Aber das Leben hält nicht still. Nicht bei ihnen und es stand auch nicht still bei Dir.
Vielleicht hast Du viele schwere Zeiten erlebt und bist daran gewachsen. Du musstest möglicherweise Entscheidungen treffen, die Dein ganzes Leben total über den Haufen geworfen haben. Nichts ist mehr so wie es früher war. Heute hast Du zu Vielem andere Ansichten, andere Gefühle und bist nicht mehr ganz so hart zu Dir selbst. Das Leben hat Dir Deinen Weg gezeigt, den Du jetzt nach außen vertreten kannst und auch vertreten willst.
Aber viele Deiner alten Bekannten oder auch Familienmitglieder sehen das ganz und gar nicht so. Sie meinen, Du wärst immer noch der, der Du damals warst. Das bekommst Du immer wieder schmerzhaft zu spüren. Alle Versuche, Deine neuen Ansichten zu diskutieren, scheitern an diesen eingefahrenen Meinungen über Dich.
Und heute hinterfragst Du Dich ständig selbst, um herauszufinden, wer Du wirklich bist. Du hinterfragst Dich, nicht die anderen. Du glaubst und hoffst, irgendwann würden sie merken, dass Du Dich im Laufe der Jahre sehr verändert hast.
Da kannst Du aber lange warten. Du kannst eine ganze Ewigkeit darauf warten. Sie werden es nicht merken.
Wer Du warst oder wer Du bist, ist vielleicht gar nicht die Frage. Möglicherweise ist die einzig richtige Frage: Wer willst Du in heute und in Zukunft sein?
Denn das ist die einzige Frage, die Du wirklich beeinflussen kannst. Die Vergangenheit und die Ansichten über Dich kannst Du nicht mehr korrigieren. Aber in der Gegenwart kannst Du zeigen, was in Dir steckt und damit die Zukunft in Deinem Sinne erschaffen.
Wir alle machen uns viel zu sehr davon abhängig, was andere über uns dachten oder denken. Dabei vergessen wir uns selbst und treffen womöglich auch noch Entscheidungen, die mehr von diesen Ansichten geprägt sind, als von dem, was wir wirklich wollen. Und später glauben eventuell auch noch, dass es schwerwiegender Fehler war.
Vielleicht wäre das nicht passiert, hätten wir auf uns selbst gehört und nicht auf andere.
Das klingt jetzt alles so unglaublich einfach.
Ich hab gut reden, denkst Du jetzt?
Klar, es ist ganz einfach! :((
Nein, ist es nicht. Es ist überhaupt nicht einfach. Denn gerade Familienangehörige und liebe Freunde sind es, die Dir das Leben richtig schwer machen.
Du wartest darauf, dass sie endlich mal erkennen müssten, wer Du heute bist.
Du wartest darauf, dass sie anerkennend vor Dir stehen und Dir auf die Schultern klopfen, weil Du Dein Leben gemeistert hast.
Du wartest darauf, dass sie stolz auf Dich sind und Dir das womöglich auch noch sagen.
Wie lange willst Du darauf warten?
Verschwende nicht Deine Zeit damit, herauszufinden, wer Du damals warst und ob das richtig ist, was sie über Dich denken oder nicht.
Beginne in der Gegenwart zu leben. Denn nur so kannst Du Deine Zukunft erschaffen, wie DU sie haben möchtest.
Es ist Dein Leben.
Und die Zeit bleibt nicht stehen, bis all den anderen wirklich klar wird, wer Du heute wirklich bist.
© Cornelia G. Becker

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