Ein Buch, dass schon beim Scheiben mein Leben völlig veränderte.

 

Ein Buch, dass mir immer wieder deutlich macht, wie sehr die Vergangenheit unser aller Leben beeinflussen kann, ob wir es wollen oeder nicht.

 

Ein Buch, dass mir immer wieder zeigt, wie sehr wir unsere Wirklichkeit selbst erschaffen und immer wieder nicht glauben können, dass wir es tun.

 

Ein Buch, dass mich mir selbst so viel näher gebracht hat.

 

 

 

 

 

 

 

Hier ein kleiner Auszug:

 

Bitte vergib mir

Wie kann ich um Vergebung bitten, wenn mir in all den Jahre die Tragweite meiner eigenen Handlungen nicht wirklich bewusst ist.

Wie kann ich um Vergebung bitten, wenn ich so sehr in meinem eigenen Gefängnis festhänge, aus dem ich keinen Ausweg finde?

Wie kann ich um Vergebung bitten, wenn ich für mich als Opfer noch nach Verständnis und Mitgefühl suche?

Wie kann ich um Vergebung bitten, wenn mir gar nicht klar ist, dass meine Reaktionen aus der Vergangenheit kommen und mit der Gegenwart gar nichts zu tun haben?

Wie kann ich um Vergebung bitten, wenn ich aus Selbstmitleid längst schon andere zutiefst verletzt habe und es nicht einmal gemerkt habe?

 

Diese Gedanken beschäftigten mich zu einem Zeitpunkt, da war dieses Buch schon fast fertig. Ein Ereignis überfiel mich so „zufällig“. Dabei glaube ich nun wirklich nicht an Zufälle. Ich klinkte auf einen Link und begann auf einem Blog zu lesen. Am Ende dieses Blogs gab es ein Gedicht, das ich mir anhören konnte.

Plötzlich – für mich völlig unerwartet – begriff ich, dass Vergebung mehr ist, als dem Täter zu vergeben oder mir selbst, weil ich nicht anders handeln konnte.

Ich erkannte Situationen, in denen ich andere verletzt hatte. Sie mussten so vielleicht Rechnungen bezahlen, die sie gar nicht aufgemacht hatten.

Ich fühlte mich irgendwie als Täter. Täter an Menschen, die ich liebte, die mir helfen wollten, die vielleicht aufgegeben hatten, weil sie es nicht mehr ertragen konnten. Menschen, die mir vorbehaltlos ihre ganze Liebe schenkten. Die ich allerdings nicht wirklich nehmen konnte.

Diese Menschen wurden zu Opfern der Umstände ...

Meiner Lebensumstände.

Ich begriff mit aller Deutlichkeit, was ich da getan hatte.

Doch die Zeit lässt sich nicht einfach so zurückdrehen.

Worte, im Affekt gesagt, lassen sich nicht einfach so zurück­nehmen.

Augenblicke, in denen ich selbst meine verbalen Keulen (aus vermeintlichem Selbstschutz) herausholte, lassen sich nicht einfach so rückgängig machen.

Dafür nachträglich um Verständnis zu bitten, ist müßig und wirft außerdem die Frage auf:

„Wie oft hatte ich in solchen Situationen eigentlich Verständnis für andere?“

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, gab es zwar mehr Momente, in denen ich dieses Verständnis aufbringen konnte und auch Erklä­rungen für das Verhalten anderer fand.

Es gab aber auch ganz andere Situationen.

Momente, in denen ich andere schon als Angreifer empfand, ob­wohl sie mir noch gar nichts getan hatten.

Augenblicke, in denen ich mich verteidigte, ohne dass mich der andere überhaupt angreifen wollte.

In solchen Gesprächen habe ich wahrscheinlich aus Selbstschutz und panischer Angst vor Verletzungen schon um mich geschlagen, obwohl es dafür noch gar keinen Grund gab.

Aber das ist mir heute Morgen erst wie Schuppen von den Augen gefallen und deshalb möchte ich Euch um Vergebung bitten.

 

Es tut mir leid

 

... dass ich manchmal zu harte Worte sagte.

... dass ich Situationen nicht mehr hinterfragte.

... dass ich die Vergangenheit handeln ließ

und mich versteckte, in diesem traurigen Verlies.

 

... dass ich die Liebe nicht wirklich sehen konnte.

... dass ich die helfende Hand nicht nehmen wollte.

... dass ich die Vergangenheit in die Gegenwart ließ

und nicht mehr raus kam, aus meinem traurigen Verlies.

 

... dass ich manchen vielleicht verletzte.

... dass ich irgendwie Messer wetzte.

... dass ich die Vergangenheit handeln ließ

und mich rechtfertigte, mit diesem traurigen Verlies.

 

... dass ich die Berührung nicht zulassen wollte.

... dass ich manche Liebe nicht richtig leben konnte.

... dass ich die Vergangenheit in die Gegenwart ließ

 

und nicht mehr raus kam, aus meinem traurigen Verlies.